Forced Feral / Erzwungene Verwilderung

Forced Feral / Erzwungene Verwilderung

20. bis 24. Juli
Forced Feral / Erzwungene Verwilderung
Ausstellung in The Influencers Taubenheim
Di. – Mi. 12 bis 18 Uhr und Do. – Sa. 10 bis 19 Uhr

 

Der Kunstverein Springhornhof lud in die Lüneburger Heide ein – und die Studierenden der Klasse Kayle Brandon / Ruth Rubers / Ingo Vetter / Olav Westphalen an der HfK nahmen die Einladung an, mit der Sammlung von Landschaftskunstwerken des Kunstvereins zu arbeiten. Die Ergebnisse – Landschaftskunstwerke und künstlerische Interventionen – sind im Rahmen der Ausstellung „Forced Feral / Erzwungene Verwilderung“ vom 20. bis 24. Juli bei Open Space Domshof zu sehen.

Für die Präsentation im Taubenheim wurden großformatige Bilder der Landschaftskunstwerke angefertigt. Die „Non-Site-Werke“ – Arbeiten, die ihren Ausgangspunkt in der Landschaft haben, jedoch für eine Repräsentation im Ausstellungsraum entwickelt wurden – sind hier ebenfalls zu sehen: Performances, Skulpturen, Foto- und Videoarbeiten sowie filigrane 3D-Drucke.

Seit Frühjahr 2020 waren die Studierenden regelmäßig auf dem Springhornhof, trafen sich im Kunstverein und okkupierten das Gastatelier. Wegen Corona durften sie nicht als Gruppe auftreten, stattdessen tauchten einzelne Studierende in die Umgebung ein. Einsinken und sich vertraut machen mit den Orten wurde von der Pandemie mitgestaltet. Pläne mussten immer wieder neu druchdacht werden und sogar das Zelten im Winter schien eine gute Idee zu sein. Es wurde viel herumgelaufen oder Fahrrad gefahren und mit den Menschen der Gegend geredet, weil es so viele Dinge gab, die den Studierenden unbekannt waren: Ortstein, Tiefpflügen, furzende Kühe oder wieder eingewanderte Wölfe.

Corona veränderte auch die Formen der physischen und sozialen Auseinandersetzung und durchdrang Planung, Umsetzung, Kommunikation und Vermittlung. Die Pandemie wurde zur Bedingung dessen, was die Studierenden „Erzwungene Verwilderung“ nennen. Aus den normalen sozialen und räumlichen Beziehungen herausgedrängt und in den Sicherheitsbereich von Hygiene- und Abstandsregelungen getrieben zu werden, erzeugte Nebeneffekte, die sich auf die Arbeit der Studierenden auswirkten. Sie wanderten gleichzeitig in die Natur und in virtuelle Konferenzräume. In Abwesenheit des gewohnten Alltagslebens keimte dabei ein Zustand der Verwilderung auf.

Bei der Suche nach Anknüpfungspunkten und Verbindungen waren formale skulpturale Mittel wenig hilfreich. Stattdessen konnten sich die Studierenden den Themen Pilzesammeln, Verirren, nasse Füße und schmutzige Hände, Tinder-Wischen oder Sitzen in Bäumen nähern. Es wurde viel gegraben, vergraben, geklettert und ausgegraben. Entstanden sind zehn neue Werke in der offenen Landschaft, von monumentalen Betonskulpturen bis hin zur kleinen Kimchi-Hütte und weitere zwölf neue Arbeiten für den Ausstellungsraum.

Die Beteiligten
Siman Chen, Yunna Diao, Ada Hillebrecht, Eunhye Kim, Stéphane Krust, Ruth Lübke, Quin Maclennan, Janis Mengel, Philipp Michalski, Anne Nitzpan, Minjeong Park, Laura Pientka, Paul Putzier, Ole Prietz, Martin Reichmann, Berit Riekemann, Seung Hyun Seo, Nala Tessloff, Jana Thiel, Kaori Tomita und Raphael Wutz. Betreut wird das Projekt von Kayle Brandon, Bettina von Dziembowski, Ruth Rubers, Ingo Vetter, Olav Westphalen und Monika Zimmermann.

Projektträger und Förderer
Forced Feral / Erzwungene Verwilderung ist ein Projekt des Kunstvereins Springhornhof e. V. und der Hochschule für Künste Bremen, gefördert durch die Stiftung Niedersachsen und den Niedersächsischen Landschaftsverband sowie die Karin und Uwe Hollweg Stiftung, die Waldemar Koch Stiftung, den Fonds Innovative Lehre und den Freundeskreis der Hochschule für Künste Bremen.