Streichquartett und Improvisation für E-Gitarre und Live-Elektronik

Streichquartett und Improvisation für E-Gitarre und Live-Elektronik

Mittwoch, 8. September, 18 Uhr
Streichquartett mit Werken von S. Prokofjew und W. Kilar und Interpenetrationen #2 – Improvisation für E-Gitarre und Live-Elektronik

 

Das Streichquartett

Erster Teil:
Eduards Vecastiks (Violine), Aida Lopez Borrego (Violine), Jo-Ann Lehmann (Viola) und Aleksandr Bukin (Cello) spielen Sergej Prokofjews Streichquartett op. 92 Nr.2 in F-Dur und Wojciech Kilars „Orawa“.

Zweiter Teil:
Paul Zoder „Interpenetrationen #2“ – Improvisation für E-Gitarre und Live-Elektronik,
Christian Rosales Fonseca, E-Gitarre, und Paul Zoder, Live-Elektronik

 

Erster Teil:
Sergej Prokofjew: Streichquartett op. 92 Nr. 2 in F-Dur

Sergej Prokofjews Streichquartett op.92 Nr.2 in F-Dur wurde 1941 während Prokofjews kriegsbedingten Aufenthalts in Naltschik, der Hauptstadt der karbadinischen Republik im Nordkaukasus, geschrieben. Das Quartett basiert auf Themen der karbadinischen Musikfolklore. Prokofjew wählte ungewöhnliche Volksmelodien aus und entwickelte sie in einem modernen Geist. Das Quartett beginnt mit zwei farbenfrohen Themen lebhaft und rhythmisch. Die Rivalität der Themen erzeugt ein Gefühl von Spannung und Konflikt – und doch bleibt die Musik leicht und spielerisch. Der zweite Satz beginnt mit einer exotischen orientalischen Melodie. Aus den Variationen über dieses spielerische Thema ergeben sich viele interessante Rhythmen. Im Finale gibt es wieder den Kontrast zwischen zwei Themen, eine maskuline rhythmische Melodie und eine lyrische Melodie. Im Mittelteil des Finales ist ein kurzer emotionaler Ausbruch zu hören, welcher auf den Zustand des Krieges bzw. Leidens hinweist.

Wojciech Kilar: „Orawa“

Wojciech Kilar war ein polnischer Pianist und Komponist Neuer Musik und Filmmusik. Er lebte 1932-2013 in Polen und gehörte zu den angesehensten Persönlichkeiten der europäischen Musikszene. Das Stück „Orawa“ wird zum Klang einer ganzen Region der Karpaten an der polnisch-slowakischen Grenze. Das Stück ist ursprünglich für Streichorchester Komponiert. Es beginnt als Meditationsmusik im Tempel der Natur, später geht die ätherische Naturmusik in ursprüngliche Volksmusik über und die Volkstänze der Karpaten Region erklingen.

Über das Streichquartett

Eduards Vecastiks (Violine), Aida Lopez Borrego (Violine), Jo-Ann Lehmann (Viola) und Aleksandr Bukin (Cello) spielen seit einem Jahr zusammen. Sie lernten sich im Rahmen eines Neue Musik-Projekts kennen. Eduards Vecastiks (geb. 1991 in Riga) begann mit vier Jahren, Geige zu spielen. Seinen Bachelor erlangte er in Lalin (Spanien) am Konservatorium und anschließend absolvierte er sein Masterstudium an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Katrin Scholz. Seit 2018 ist er Mitglied der zweiten Violinen im Schleswig-Holsteiner Sinfonieorchester Flensburg.

Aida Lopez Borrego (geb. 1992 in Sevilla) begann mit fünf Jahren Geige zu spielen und absolvierte ihr Bachelor- Studium am Konservatorium in den Niederlanden. Sie studiert derzeit an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Thomas Klug im Master-Studiengang.

Jo-Ann Lehmann (geb. 1995) begann ebenfalls mit fünf Jahren, Geige zu spielen. Im Alter von 15 Jahren wechselte sie zur Bratsche und schloss ihr Bachelorstudium an der Musikhochschule in Dresden ab. Anschließend begann sie ebenfalls ein Masterstudium in Bremen bei Esther von Strahlen.

Aleksandr Bukin (geb. 1995 in Sverdlovk) absolviert derzeit sein Bachelor-Studium an der Hochschule für Künste Bremen bei Aleksandr Baillie.

Zweiter Teil:
Paul Zoder „Interpenetrationen #2“ – Improvisation für E-Gitarre und Live-Elektronik, Christian Rosales Fonseca, E-Gitarre, und Paul Zoder, Live-Elektronik

In dieser Improvisation stehen sich zwei gleichberechtigte instrumentale Partner gegenüber: eine elektrische Gitarre mit eigenen Effekten und Live-Sampling und ein digitaler Sampler, der vorab aufgenommene Gitarrensounds in eine vielschichtige Klangkulisse verwandelt. Der Sampler analysiert den Gitarrenklang in Echtzeit, um sich selbst mit Daten zu versorgen, die wiederum verschiedene eigene Parameter beeinflussen. Der wichtigste Parameter allerdings, die Abspielgeschwindigkeit der einzelnen Samples, entzieht sich der Kontrolle beider Interpreten, da dieser mit dem Klangresultat des Samplers rückgekoppelt ist: Das Programm versucht jederzeit, die Grundfrequenz seines Outputs zu bestimmen, was wiederum zu Veränderungen in der Abspielrate führt. Die chaotische Natur des digitalen Instruments befindet sich dementsprechend in steter Wechselwirkung mit der präzise kontrollierbaren Klangwelt der E-Gitarre, sodass die Interpreten immer wieder mit neuen und ungewohnten Situationen konfrontiert sind.”

Über Paul Zoder
Während seines Musikwissenschaftsstudiums in Freiburg im Breisgau gewann Paul Zoder mehrmals in Folge den Bundespreis „Jugend komponiert“ sowie ein Aufenthaltsstipendium auf Schloss Wiepersdorf, was ihn nach seinem Bacherlorabschluss zur Aufnahme eines Kompositionsstudiums bei Prof. Birkenkötter an der Hochschule für Künste in Bremen bewog. Seine bisherigen Arbeiten umfassen Instrumentalkompositionen und Improvisationskonzepte mit Live-Elektronik-Anteilen.

Über Christian Rosales Fonseca
Christian Rosales Fonseca (*1993 in Bogotá) begann im Jahr 2011 sein Bachelorstudium an der Universidad El Bosque, wo er Gitarre und Komposition studierte. 2016 schloss er sein Studium mit Auszeichnung ab. Er erhielt mehrere Stipendien, unter anderem eines des DAAD-Colfulturo-Programms sowie den Nationalen Kompositionspreis (Manizales, Kolumbien). Von 2018 bis 2021 studierte er im Master Komposition bei Prof. Jörg Birkenkötter sowie Elektroakustische Komposition bei Prof. Kilian Schwoon an der Hochschule für Künste Bremen. Ab Oktober 2021 wird er dort ein Meisterschülerstudium im Bereich freie Kunst bei Markus Löffler und Andree Korpys anfangen.