Wanderausstellung zu Gefahren von Munition am Meeresgrund

Wanderausstellung zu Gefahren von Munition am Meeresgrund

Mittwoch, 15. September, 11–17 Uhr
Wanderausstellung zu Gefahren von Munition am Meeresgrund des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM)

Welche Gefahren für Mensch und Meer gehen von gesunkenen Wracks und Munition auf dem Grund der Nordsee aus? Das EU-geförderte, internationale Projekt „North Sea Wrecks“ (NSW) unter der Leitung des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte geht dieser Frage nach. Erste Ergebnisse zeigt die mobile Wanderausstellung „Toxic Legacies of War – North Sea Wrecks“, die am Mittwoch, 15. September, von 11 bis 17 Uhr bei „Open Space“ auf dem Bremer Domshof zu sehen ist.

Am Grund der Nordsee schlummern in alten Wracks noch immer Kriegsaltlasten: Welchen Einfluss haben sie auf Meer und Mensch? Antworten auf diese Frage bekommen Interessierte in der Ausstellung, die auf dem international besetzten und interdisziplinär forschenden Projekt North Sea Wrecks basiert, das seit 2018 läuft. Zuletzt zog es im April hohe Aufmerksamkeit auf sich, als Beteiligte mit dem Forschungsschiff HEINCKE zu einer Forschungsausfahrt aufbrachen. Westlich von Helgoland nahmen sie Proben vom Wrack der SMS MAINZ, die dort im Ersten Weltkrieg sank.

Die SMS MAINZ ist nur eines von vielen Wracks, in denen noch Kriegsgerät, Waffen und giftige Munitionsreste lagern, die in die Meeresumwelt gelangen könnten. Allein im deutschen Teil der Nordsee sind es Schätzungen zufolge rund 1,3 Millionen Tonnen Munition, aus denen durch Korrosion gefährliche Schadstoffe austreten können. In der Pop-up-Ausstellung wird die Problematik der verklappten Munition, der Kriegswracks und der daraus resultierenden Umweltverschmutzung in der Nordsee der Öffentlichkeit präsentiert und im Rahmenprogramm wissenschaftlich, politisch sowie historisch aufgearbeitet.

Interessierte aller Generationen erhalten einen 360-Grad-Einblick in das Projekt. Multimediale Stationen, die dank eines optischen Handverfolgungsmoduls coronakonform kontaktlos funktionieren, bieten eine spielerische Annäherung an das Thema. Gäste tauchen in einem Wissensspiel selbst zum Wrack, erkunden die Überreste und erleben die Lebenswelt unter Wasser. In einer weiteren Anwendung können virtuell in der Rolle von Forschenden Sediment-, Wasser- und Kratzproben genommen werden. Zusätzliche Informationsstelen bieten weitere Ergebnisse und Erkenntnisse rund um das Thema Munition und Wracks und den damit verbundenen Gefahren für Menschen, Fische und Umwelt. Über QR-Codes können Interessierte darüber hinaus vertiefende Informationen über die Website www.dsm.museum/nsw abrufen.

Neben den Medien- und Lesestationen erklärt das Vermittlungskonzept „Gullivers Forschungsabenteuer“ Mädchen und Jungen im Kindergarten- und Vorschulalter den Alltag an Bord eines Forschungsschiffes und zeigt, wie Forschende mit Proben arbeiten. Das medienpädagogische Angebot steht auch online unter www.dsm.museum/gulliver1 und www.dsm.museum/gulliver2 zur Verfügung.

Die mobile Schau feierte im August während der Maritimen Tage in Bremerhaven Premiere und tourt bis September kommenden Jahres durch Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Norwegen und Belgien.

Über das Projekt „North Sea Wrecks:

North Sea Wrecks ist ein europäisches, interdisziplinäres Projekt mit einem Budgetrahmen von vier Millionen Euro, das von der EU über das Programm Interreg gefördert wird. Involviert sind neben dem DSM acht Projektpartner aus fünf Ländern. Als Partner sind beteiligt: Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (Deutschland); Vlaams Instituut voor de Zee (Belgien); Aarhus University – Department of Geoscience (Dänemark); Stichting NHL Stenden Hogeschool – Maritiem Instituut Willem Barentsz (Niederlande); EGEOS GmbH (Deutschland); Periplus Consultancy BV (Niederlande); Forsvarets Forskningsinstitutt (Norwegen) und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein – Institut für Toxikologie und Pharmakologie (Deutschland).